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Wenn das Bäuchlein schmerzt
Säuglingskoliken sind krampfartige Bauchschmerzen. Sie zeigen sich durch langes Schreien, einen harten Bauch und angezogene Beine. Meist beginnen sie in der zweiten Lebenswoche und enden nach etwa drei Monaten wieder.
Kurz zusammengefasst:
-Säuglingskoliken haben wahrscheinlich mehrere Ursachen; eine Rolle spielt möglicherweise ein unreifes Darm-Mikrobiom.
- Stillen und eine gezielte Unterstützung der Darmflora können hilfreich sein.
- Nähe, Geborgenheit und ein geregelter Alltag fördern das Wohlbefinden des Kindes.
- Bei starken Beschwerden oder Unsicherheit sollten Sie immer Hebamme oder Kinderarzt konsultieren.
Wie entstehen Koliken?
Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Vermutlich wirken mehrere Faktoren zusammen, darunter:
- ein noch unreifes Darm-Mikrobiom,
- eine ungünstige Fütterungstechnik (Verschlucken von Luft),
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten,
- psychosoziale und familiäre Einflüsse.
Abendliche Unruhe ist oft normal
Viele Säuglinge sind in den ersten 12 bis 13 Lebenswochen am späten Nachmittag oder Abend besonders unruhig. Sie möchten häufig an die Brust, weinen viel und finden schwer zur Ruhe. Dieses Verhalten ist weit verbreitet und nicht automatisch ein Zeichen für Koliken. Nähe und Geborgenheit helfen dem Baby meist am besten.
Geborgenheit vermitteln
Für die Entwicklung von Sicherheit und Urvertrauen sind Nähe und Körperkontakt besonders wichtig. Hilfreich sind: regelmäßiger Hautkontakt, Tragen im Tragetuch oder Tragesack, beruhigende Positionen wie der „Fliegergriff“, Pucken, sofern das Baby dies angenehm empfindet.
Wichtig: Ein schreiendes Baby darf niemals geschüttelt werden. Schon kurzes Schütteln kann schwerste Verletzungen verursachen.
Reizüberflutung vermeiden
Nach der Geburt ist ein Baby zahlreichen neuen Sinneseindrücken ausgesetzt. Zu viele Geräusche, Lichtreize oder wechselnde Umgebungen können zusätzlichen Stress verursachen. Ein geregelter Tagesablauf und feste Rituale vermitteln Sicherheit und fördern das Wohlbefinden.
Viele Babys lassen sich durch einfache Maßnahmen beruhigen:
- Tragen und Körperkontakt,
- sanfte rhythmische Bewegungen,
- Saugen an einem sauberen Finger,
- warme Bäder oder Wärmekissen,
- Bauchmassagen,
- leichte Bewegungsübungen.
- Wärme wird von vielen Säuglingen als angenehm empfunden, sollte jedoch niemals zu intensiv sein.
Arzneimittel und andere Hilfsmittel
Zur Behandlung von Blähungen werden häufig simeticonhaltige Präparate eingesetzt. Ihr Nutzen bei Säuglingskoliken ist jedoch begrenzt. Auch homöopathische Mittel wie Kümmelzäpfchen werden traditionell verwendet.
Vor der Anwendung von Medikamenten oder anderen Hilfsmitteln sollten Eltern stets ärztlichen oder pharmazeutischen Rat einholen.
Vorbeugung
Stillende Mütter können beobachten, ob bestimmte Lebensmittel wie Kohl oder Zwiebeln die Beschwerden ihres Kindes verstärken. Da jedes Baby unterschiedlich reagiert, sind individuelle Erfahrungen entscheidend.
Zusätzlich unterstützen folgende Faktoren das Wohlbefinden des Kindes: ausreichend Schlaf, ein ruhiger Tagesablauf, eine entspannte Mutter-Kind-Beziehung, ein harmonisches familiäres Umfeld.
Rechtzeitig Hilfe suchen
Wenn ein Baby außergewöhnlich viel schreit oder Sie sich überfordert fühlen, sollten Sie frühzeitig Unterstützung suchen. Hebammen, Kinderärzte oder Schreiambulanzen bieten Beratung und Hilfe. Oft kann bereits eine kurze Entlastung durch Familie oder Freunde neue Kraft geben.
Quelle: https://www.paedia.de/